In einer Fakultät (lat. fakultas: "Fähigkeit in einem Wissensgebiet") sind gleiche oder verwandte Fachgebiete zu einer überschaubaren Einheit - dem Fachbereich - zusammengefaßt. Jede Universität hat ihr spezifisches Fakultätsprofil. Es zeigt das Spektrum von Wissensgebieten, das sich im Laufe der Geschichte der Universität aufgebaut und entwickelt hat.
Ein wissenschaftliches Fachgebiet wird in der Regel durch einen Lehrstuhl (lat. fakultas docendi: "Lehrbefähigung"), bzw. durch einen kompetenten Wissenschaftler, - dem Professor - der auf diesem Lehrstuhl "sitzt", vertreten. Ein Professor weist seine wissenschaftliche Kompetenz in einem Fachgebiet durch eine herausragende wissenschaftliche Arbeit nach, der Habilitation (lat: "geeignet, fähig").
Mehrere Professoren können sich bei gemeinsamen Forschungsinteressen innerhalb einer Fakultät oder über die Fakultätsgrenzen hinweg zu einem Institut zusammenschließen.
Der Dekan leitet die Fakultät und ist Vorsitzender des Fachbereichsrats. Er vertritt die Fakultät innerhalb der Hochschule. Der Studiendekan ist zuständig für die mit Lehre, Studium und der Betreuung der Studierenden zusammenhängenden Aufgaben.Der Fachbereichsrat ist das Entscheidungsgremium der Fakultät. Er berät über die Organisation des Lehr- und Forschungsbetriebs innerhalb der Fakultät , macht Vorschläge zur Berufung von Professoren, entscheidet über das Lehrangebot während des Semesters, über die Betreuung der Studierenden, die Verteilung von Stellen und finanziellen Mittel und über technische Ausstattungen.
Jede Fakultät hat eine eigene Fachbereichsverwaltung, in der sozusagen 'alle Fäden' dieser Fakultät zusammenlaufen.An der Spitze einer Universität steht ein Rektor (traditionelle Anrede: Magnifizenz) oder Präsident, der in der Regel selbst ein Universitätsprofessor ist. Der Leiter der Verwaltung wird in der Regel Kanzler genannt. Ein Kanzler einer Universität ist in der Regel ein Verwaltungsfachmann und kein Wissenschaftler. Als wichtigstes Entscheidungsgremium fungiert der Senat, in dem Professoren, wissenschaftliche und nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sowie teilweise auch Studenten ihren Sitz haben.
Ein Lehrstuhl ist eine Planstelle zur Erforschung eines bestimmtes Fachgebietes. Lehrstühle werden vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst eingerichtet. Das Staatsministerium "beruft" auf Vorschlag der Universität einen im Fachgebiet kompetenten Professor.
Als Lehrstuhlinhaber forscht und lehrt der Professor in dem vom Lehrstuhl bezeichneten Fachgebiet. Wissenschaftliche Mitarbeiter unterstützen ihn als "Assistenten" in der Forschung. Oft schreiben sie gerade selbst an einer Doktorarbeit oder an einer Habilitation. Als "Dozenten" halten sie Lehrveranstaltungen und betreuen die Studierenden.
Viele Lehrstühle haben ein eigenes Sekretariat. Hier gibt es Informationen zum Studium, Scheine können dort abegholt werden, u.v.m.
Hiwi's sind "Hilfswissenschaftler", d.h. Studierende mit einem Job am Lehrstuhl. Hiwi's kopieren, recherchieren und machen sich auf vielfältigste Art am Lehrstuhl nützlich.
Die Ausstattung eines Lehrstuhls ist auch das Ergebnis von "Berufungsverhandlungen". Lehrstühle können personell und finanziell sehr unterschiedlich ausgerüstet sein. Es gibt auch Professoren, ohne eigene Lehrstuhlausstattung.
Bei ähnlichen Forschungsinteressen schließen sich Professoren - auch über die Fakulätsgrenzen hinweg - zu einem Institut zusammen. In der organisatorischen Einheit eines Institutes ist es leichter, Personal und Sachmittel für Forschungsziele einzufordern. So sind z.B. im Institut für Kanada-Studien an der Universität Augsburg Fachgebiete aus vier Fakultäten vertreten
Zu jeder Universität gehören auch zentrale, fakultätsübergreifende Einrichtungen.
Ein Beispiel ist die Studentenkanzlei, die in einer Universität für die Verwaltung der Studenten zuständig ist. Hier immatrikulieren und exmatrikulieren sich die Studenten. Aufgrund der hier geführten Unterlagen ist die Studentenkanzlei auch in der Lage, Studienbescheinigungen für die unterschiedlichsten Zwecke auszustellen.
Das Akademische Auslandsamt (AAA) ist der Ansprechpartner in allen Fragen bezüglich eines Studienaufenthalts im Ausland, diesbezüglicher Stipendien und der Anerkennung von Leistungsnachweisen. Akademische Auslandsämter prüfen auch für die jeweilige Hochschule die Hochschulzugangsberechtigung von internationalen Studenten und beraten sie bei ihrem Studium in Deutschland.
Wichtig für die wissenschaftliche Arbeit sind die Universitätsbibliotheken, die für die Sammlung und Bereithaltung der erforderlichen wissenschaftlichen Literatur zuständig sind. Dabei werden nicht nur Bücher beschafft, sondern auch wissenschaftliche Zeitschriften und Buchreihen abonniert.
Das Sportzentrum einer Universität ist in der Regel nicht nur für die Forschung und Lehre im Bereich der Sportwissenschaften zuständig, sondern bietet auch für Studenten aller Fakultäten Trainingsmöglichkeiten in den verschiedensten Disziplinen im Rahmen des Universitätssports an.
Viele Universitäten und Hochschulen stellen heute ihre naturwissenschaftlich-technischen Forschungskapazitäten auch kommerziellen Auftraggebern – hauptsächlich Industrieunternehmen – gegen Honorar zur Verfügung (Drittmittelforschung). Das verbessert die finanzielle Situation der Hochschulen und damit die Bildungsmöglichkeiten der Studenten. Auf der anderen Seite können die Unternehmen durch die projektbezogene Vergabe von Forschungsaufträgen ihre Fixkosten für Forschung und Entwicklung senken.
Das Studentenwerk kümmert sich um die sozialen Belange der Studenten. So sorgen Studentenwerke für einen regelmäßigen preiswerten Mittagstisch, die so genannte Mensa (lat. für Tisch), betreiben Studentenwohnheime oder bieten Beratungen für Studierende an. In der Regel gibt es an einem Hochschulstandort ein Studentenwerk, das sich um die Studenten aller Universitäten und Hochschulen der Stadt (oder Region) kümmert.
Das Universitäts-Rechenzentrum ist eine zentrale Einrichtung, die informationstechnische (IT) Infrastruktur (Zentralrechner, Server etc.) bereithält und IT-Dienstleistungen erbringt. Aufgrund der zunehmenden Nutzung von Online-Medien in Lehre und Forschung gewinnen diese Einrichtungen weiter an Bedeutung. Auch Rechenzentren versorgen oft mehrere Hochschulen mit IT-Infrastruktur.