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Wahlprogramm 2011


Wahlprogramm der Juso Hochschulgruppe

für die Legislaturperiode 2011 /2012

Vorwort:

Im Bewusstsein, dass sich einige unserer bildungspolitischen Forderungen nur durch einen grundlegenden Politikwechsel Bayerns, nicht aber direkt an unserer Universität Augsburg durchsetzen lassen, sind wir dennoch bestrebt durch aktive Teilnahme bei verschiedensten Aktionsformen gerade diesen wichtigen Kurswechsel zu fördern. Für eine nachhaltige uni-politische Arbeit muss auch über den Tellerrand der Universität hinaus geschaut werden. Deshalb agieren und diskutieren wir in einem breiten Spektrum. Damit die Inhalte unserer schlagwortartigen Forderungen deutlicher werden, findet ihr hier jeweils einige erläuternde Sätze zu jedem Punkt unseres Wahlprogramms.

 

·         Bildung braucht Platz!

Um vernünftige Lehre gewährleisten zu können müssen die Grundbedingungen wie, ausreichend große Raumkapazität, und eine Basisausstattung in Form von Tischen, Stühlen und verschiedenen modernen Präsentationsmedien in quantitativ ausreichender Zahl vorhanden sein. Die Kosten dafür hat der Freistaat Bayern zu tragen.

 

·         Bildung braucht Balance!

Das Angebot psychologischer  Beratung wird von immer mehr Studierenden in Anspruch genommen. Dies zeigt, dass viele Studierende mit dem Balanceakt zwischen Studium, Arbeit, Ehrenamt, Freunden und persönlicher Entfaltung überfordert sind.

 

·          Bildung braucht Zugang!

Wir fordern: „Freier Masterzugang für alle!“ Wer die Auslese nach der Grundschulzeit überstanden hat und das Gymnasium besuchen kann, sieht sich oft schon nach dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife damit konfrontiert, dass diese keineswegs allgemein ist, sondern nur bei gutem oder sehr guten Notenschnitt das gewünschte, NC-beschränkte Studium ermöglicht. Mit der Umstellung auf das Bachelor/Master-System ist eine weitere Hürde entstanden, die die vermeintlich Dummen um ihr Recht auf eine gute Ausbildung bringen soll. Die Beschränkung des Masterstudiums auf nur wenige Bachelorabsolventen dient einzig dem Ziel, trotz des zu erwartenden Zuwachs an Studierendenzahlen im Bildungssystem weiter zu sparen und es so ausbluten zu lassen, und führt dazu, dass viele Studierende sich ihren Wunsch nach einer guten und umfassenden (Aus-)Bildung an der Uni nicht erfüllen können, und nach einem Schmalspurstudium einen schlechter bezahlten Beruf annehmen müssen.

Deswegen fordern wir, dass die Notenbeschränkungen beim Masterzugang abgeschafft werden, und jeder Bachelorabsolvent, der dies will, ein Masterstudium aufnehmen kann!

 

·          Bildung braucht Bier!

Gelebte studentische Kultur auf dem Campus darf nicht verloren gehen oder ausschließlich in die Clubs in der Innenstadt ausgelagert werden. Dazu zählen Uni weite Feten (z.B.: Semester-Opening-Party, Wiwi-Fete ...) ebenso wie Lesungen, studentische Theatergruppen, Poetry-Slams und andere kulturelle Veranstaltungen. Gemeinsam mit euch wollen wir den Campus noch bunter und vielfältiger machen und nicht, so wie an der FH geschehen, das gemütliche Feierabend-Radler vor der Caféte verboten sehen.

 

·          Bildung braucht BAföG!

Für eine solide Studienfinanzierung all derer, die eine Hochschulzugangsberechtigung erworben haben bildet das BAföG oft die Grundvoraussetzung, sich ein Studium überhaupt leisten zu können. Der BAföG-Satz muss daher der Inflation und den gestiegenen Lebenshaltungskosten, gerade in größeren Städten, entsprechend angehoben werden. Um allen Menschen, auch denen welche aus zerrütteten Verhältnissen stammen, gleiche Chancen zu bieten fordern wir die Einführung des elternunabhängigen BAföGs.

 

·         Bildung auch für Bayern!

Weg mit den Studiengebühren im Erststudium! Derzeit sind Niedersachsen und Bayern die einzigen beiden Bundesländer die immer noch an der Erhebung, der sogenannten „Studienbeträge“ festhalten. Alle anderen haben sie gar nicht erst erhoben, schonwieder abgeschafft oder sind dabei sie wieder abzuschaffen. Studiengebühren wirken sich erwiesenermaßen negativ auf die Bereitschaft aus, ein Studium aufzunehmen. Darum muss sich Bayern ein Beispiel an den anderen Bundesländern nehmen und die Uni-Maut, bei Gegenfinanzierung in gleicher Höhe, endlich wieder abschaffen!

 

·         Bildung braucht Bewegung!

Die Überauslastung des Sportzentrums, welche durch die enorm gestiegenen Studierendenzahlen, Unterfinanzierung und teilweise auch durch Missmanagement entstanden ist belastet die Sportstudierenden, aber auch die Teilnehmer/innen des Hochschulsports enorm. Wir fordern eine Solidarisierung aller Fakultäten und der Zentralorgane zur Abhilfe in dieser Krisensituation. Langfristig muss das Sportzentrum unbedingt räumlich und durch Neuschaffung von Stellen erweitert werden, wenn nicht ein hoher NC zur Besserung der Lage eingeführt werden soll.

 

·          Bildung ist ein Menschenrecht!

Gemäß Artikel 26 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Bildung. Wir leiten daraus den Anspruch ab, dass der Zugang zur Bildung unabhängig von sozialer Herkunft und finanzieller Ausstattung sein muss. Unser Credo: „Freier Zugang zur Bildung für alle Gesellschaftsschichten!“

 

·         Bildung muss frei sein!

Wir setzen uns gegen die zunehmende Verschulung der Universitäten ein. Das Studium muss die Möglichkeit bieten, sich eigenverantwortlich, seinen Interessen folgend, zu spezialisieren. Nur so befähigt es die Absolventen später auch tatsächlich, sich in unserer Gesellschaft einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Das lernt man nicht, wenn man sich in überfüllten Massenveranstaltungen von Klausur zu Klausur hangelt.

 

·       Bildung muss nicht der Wirtschaft dienen!

Die Fächervielfalt an der Universität Augsburg ist in Gefahr. Viele kleinere Studiengänge, besonders an den Phil.-Fakultäten kämpfen um ihre Daseinsberechtigung, weil sich Ihre Forschungsergebnisse am Markt nicht direkt in Geld umwandeln lassen. Auch die Drittmittelakquise gestaltet sich in solchen Fällen meist als schwierig. Wir sind der Meinung das gerade auch die vermeintlich unwichtigen Fächer zu einem breiten Studienangebot gehören und nicht einfach wegrationalisiert werden dürfen.

 

·         Bildung muss friedlich bleiben!

Wir sind der Ansicht, dass an unserer Universität keine Rüstungsforschung betrieben werden darf. Gerade hier in der Friedensstadt ist daher wir die Einführung einer Zivilklausel eigentlich schon längst überfällig.

 

·         Bildung braucht Gerechtigkeit!

Gerechtigkeit ist gerade auch für das Bildungswesen ein unverzichtbarer Bestandteil. Es ist untragbar, dass nicht nur Politik-Emporkömmlinge wie der Freiherr aus Guttenberg oder Silvana Koch-Mehrin glauben, ihr Amt oder Mandat erlaube es ihnen, mit gefälschten Doktorarbeiten alle ehrlich und mühsam arbeitenden Studenten und Doktoranden verhöhnen zu können, sondern auch, dass vor allem im schönen Bayernland der Erfolg an Schule und Universität immer noch zu oft von Einkommen und Herkunft der Eltern abhängen, als von der Begabung des Kindes.

Deswegen lehnen wir alle finanziellen Selektionsmaßnahmen wie vor allem die Studiengebühren strikt ab, und begrüßen ausdrücklich die Bemühungen unserer Mutterpartei, im Bundestag eine Bafög-Erhöhung durchzusetzen, die es auch Kindern aus armen Elternhäusern ermöglicht, zu ein Studium aufzunehmen, ohne dieses durch zu viele Nebenjobs vernachlässigen zu müssen.

 

·         Bildung statt Banken!

Für die Rettung von Banken wurden in großem Maße Gelder ausgegeben, welche die Hochschulen dringend benötigen. Allein im Fall der Rettung der Bayern LB entstanden dem Freistaat Bayern dadurch Kosten von über 13 Mrd. Euro. Wir finden, man hätte dieses Geld besser in die Bildung investieren sollen, damit den kommenden Banker-Generationen solche Fehlkalkulationen zukünftig nicht mehr unterlaufen.